Kalkulationsprogramm für Dachdecker: Software im Vergleich

Ein Kalkulationsprogramm für Dachdecker soll vor allem eines können: Angebote schneller und verlässlicher rechnen und dabei zeigen, ob am Ende auch etwas verdient wird. So weit klingt das bei fast jedem Anbieter ähnlich. In der Praxis steckt hinter dem Begriff aber einiges Unterschiedliches.

Manche Programme gehen sehr tief in die Kalkulation hinein, rechnen mit verschiedenen Kostenarten und stellen später Soll und Ist gegenüber. Andere konzentrieren sich auf die Angebotskalkulation und sagen selbst, dass die Nachkalkulation nicht in derselben Tiefe abgebildet wird. Und dann gibt es Anbieter wie CENDAS oder Airteam, die überhaupt nicht den Anspruch haben, selbst Angebote zu kalkulieren. Sie liefern stattdessen die Mengen und Daten, mit denen anschließend eine andere Software rechnet.

Wir haben neun Anbietern denselben Fragenkatalog geschickt. Eine der Fragen lautete ausdrücklich, wie Vor- und Nachkalkulation umgesetzt werden. Die Antworten bilden die Grundlage dieses Vergleichs. Dabei haben wir uns aber nicht nur angesehen, was die Programme kalkulieren. Mindestens genauso interessant ist die Frage, die im Verkaufsgespräch erstaunlich oft untergeht: Woher kommen eigentlich die Daten, mit denen die Software kalkuliert?

Dazu gehören Leistungsdaten, Mengen aus dem Aufmaß oder Leistungsverzeichnis und natürlich die Materialpreise. Genau diese Daten entscheiden in vielen Fällen darüber, wie gut eine Kalkulation am Ende wirklich funktioniert.

Was die Anbieter zur Kalkulation sagen

Die folgende Übersicht enthält die Programme, zu denen wir einen ausgefüllten Fragenkatalog zurückbekommen haben. Die Angaben stammen von den Herstellern selbst und werden hier so wiedergegeben, wie sie uns vorliegen.

Am Smartphone die Tabelle bitte im Querformat ansehen.

ProgrammWas in der Vorkalkulation aufgeschlüsselt wirdNachkalkulationLeistungsdaten: eigen oder angebundenGAEB
Airteam
kalkuliert kein Angebot
kalkuliert nach eigener Angabe nicht, liefert Aufmaßdaten als Grundlagekeine Angabeliefert Aufmaßdaten, keine Leistungsdatenkeine Angabe
Casa DachLohn, Material, Geräte, Gemeinkostenim laufenden Projekt, Soll gegen Isteigene Kalkulationsbausteine, dazu Import aus Icking und STLB-BauImport und Export, Phasen DA81 bis DA86
CENDAS
kalkuliert kein Angebot
kalkuliert nach eigener Angabe nicht, Mengen aus dem Plan über das Add-on Automate+liefert die Dokumentation aus Zeiten und Materialverbräuchenangebunden: Leistungsverzeichnisse über GAEBImport
dashandwerk.netArbeitszeiten, Material, Leistungenüber zugeordnete Eingangsrechnungeneigener Leistungsstamm, dazu ausschreiben.deImport angegeben (X83, D83)
Das ProgrammMaterial, Leistung, Mix und Stückliste; Gemeinkosten- und Gewinnzuschlägebei korrekter Zuordnung der Positionen im Auftragangebunden: Leistungen Dach, ausschreiben.de, Sirados möglichals Schnittstelle genannt
HEROArbeitszeiten und MaterialkostenSoll-Ist-Vergleich; tiefe Nachkalkulation nach Anbieterangabe noch nicht enthaltenkeine eigenen Leistungsdaten; Leistungskataloge nennt der Anbieter selbst als offenen PunktImport und Bearbeitung, 83, 84, 89
PASST.primeLohn, Material, Fremdleistungen, Geräte inklusive Gemeinkostenautomatisch vorhandenkeine Angabe zu einem Katalog; Positionen werden im Leistungsverzeichnis direkt eingegebenals Schnittstelle genannt
smartDachMischkalkulation mit hinterlegten fixen und variablen Gemeinkosten, bis zu drei Lohnwerteeigenes Modul, Soll und Ist für Lohn, Material, FremdleistungenLeistungen Dach aus demselben Haus, nach Anbieterangabe im Paket smartDach Standard enthaltenals Schnittstelle genannt
STREITkeine Aufschlüsselung im Fragebogen; Artikel- und Leistungskataloge als Grundlagenach Anbieterangabe durchgängig bis zur Nachkalkulation abgebildet, ohne Aufschlüsselung nach Soll und IstArtikel- und Leistungskatalogeals Schnittstelle genannt
Angaben der Anbieter aus unserem Fragenkatalog, Stand September 2026. „Keine Angabe“ heißt, dass der Anbieter die Frage nicht ausdrücklich beantwortet hat.

Ein Blick auf die Tabelle reicht deshalb schon, um einen wichtigen Punkt zu erkennen: Diese Programme sind nicht einfach neun Varianten derselben Lösung. Zwei Anbieter sagen ausdrücklich, dass sie gar keine klassische Angebotskalkulation machen. HERO weist selbst auf die noch fehlende Tiefe bei der Nachkalkulation hin. Bei den übrigen Systemen geht es vor allem um die Frage, wie detailliert kalkuliert wird und auf welcher Datenbasis das geschieht.

Was hinter dem Wort Kalkulation steckt

Die Vollkostenkalkulation ist die umfassendste Variante. Hier werden nicht nur Lohn und Material betrachtet, sondern auch Geräte, Zuschläge und die Gemeinkosten des Betriebs. Casa Dach beschreibt einen vollständig integrierten Ansatz, bei dem der Stundenverrechnungssatz aus den tatsächlichen Betriebskosten und der gewünschten Marge entsteht. smartDach arbeitet mit einer Mischkalkulation, in der fixe und variable Gemeinkosten bereits hinterlegt werden können und bis zu drei unterschiedliche Lohnwerte zur Verfügung stehen. PASST.prime rechnet als Zuschlagskalkulation auf Positions- und Stücklistenebene mit Lohn, Material, Fremdleistungen und Geräten, jeweils einschließlich Gemeinkosten. Das Programm wiederum unterscheidet zwischen Material-, Leistungs-, Mix- und Stücklistenkalkulation und ermöglicht ebenfalls Gemeinkosten- und Gewinnzuschläge.

Das klingt zunächst nach der besseren Lösung. In der Praxis gibt es allerdings einen Haken: Eine detaillierte Kalkulation ist nur so gut wie die Zahlen, mit denen sie gefüttert wird.

Der Stundenverrechnungssatz ist dafür ein gutes Beispiel. Ihn einmal sauber zu berechnen, macht Arbeit. Ihn anschließend aktuell zu halten, ebenfalls. Genau deshalb wird diese Aufgabe im Alltag gerne auf später verschoben. Das Problem ist nur: Wenn im Programm noch ein Stundenverrechnungssatz hinterlegt ist, der vor Jahren einmal festgelegt wurde, kann auch die beste Software daraus keine realistische Kalkulation machen.

Der Aufwand lohnt sich trotzdem. Wer seinen Stundenverrechnungssatz sauber berechnet und regelmäßig überprüft, kann später auch erkennen, ob ein Auftrag tatsächlich Geld verdient hat. Spätestens nach einem Tarifabschluss sollte man die Werte deshalb wieder anfassen. Eine Kalkulation ist schließlich kein einmaliges Projekt, sondern etwas, das mit dem Betrieb mitwachsen muss.

Die Angebotskalkulation geht einen Schritt weniger weit. Sie berechnet die einzelnen Positionen, greift auf Artikelpreise zurück und zeigt, welche Marge sich daraus ergibt. Der Blick zurück auf das tatsächlich entstandene Ergebnis ist dabei meist weniger tief.

HERO ordnet sich selbst in diesem Bereich ein. Angebote und Rechnungen lassen sich kalkulieren, tatsächlich geleistete Arbeitszeiten und Materialkosten können einfließen und über einen Soll-Ist-Vergleich lässt sich prüfen, ob ein Projekt kostendeckend läuft. Eine tiefe automatische Vor- und Nachkalkulation ist nach Angaben des Anbieters derzeit allerdings noch nicht enthalten.

Für einen Betrieb, der hauptsächlich nach Aufwand abrechnet, kann das vollkommen ausreichend sein. Sobald regelmäßig mit Festpreisen gearbeitet wird, wird die Kalkulationstiefe allerdings wichtiger. Dann entscheidet nicht nur der angebotene Preis darüber, ob ein Auftrag gut aussieht, sondern die Frage, ob die tatsächlich benötigte Arbeitszeit und das Material in der ursprünglichen Rechnung realistisch berücksichtigt wurden.

Die dritte Gruppe bilden Programme, die gar nicht selbst kalkulieren. Das klingt zunächst nach einer Einschränkung, ist aber nicht unbedingt eine. CENDAS sagt im Fragebogen ausdrücklich: „CENDAS ist keine klassische Kalkulationssoftware.“ Das System dokumentiert, was auf der Baustelle passiert, und schafft damit die Grundlage für eine spätere Nachkalkulation. Über das Add-on Automate+ lassen sich außerdem Komponenten direkt im Plan zählen, sodass sie nicht einzeln von Hand erfasst werden müssen.

Bei Airteam ist die Abgrenzung ähnlich. Der Anbieter sagt ausdrücklich: „Airteam erstellt selbst keine Angebote oder Rechnungen.“ Stattdessen liefert die Drohnenvermessung die Daten, die dafür benötigt werden – etwa Dachflächen, Längen, Kanten und Neigungen. Diese Informationen werden anschließend an die vorhandene Handwerkersoftware übergeben.

Beide Lösungen können damit sehr sinnvoll sein. Sie ersetzen aber keine Kalkulationssoftware. Wer mit Airteam oder CENDAS arbeitet und daraus Angebote erstellen möchte, braucht zusätzlich ein System, das die gelieferten Mengen und Daten auch tatsächlich in Preise umwandelt.

Schieferdeckung auf einem Steildach mit Schieferhammer und Haubrücke auf der Unterdeckung
Ob eine Kalkulation trägt, zeigt sich auf der Baustelle: Deckbild, Materialbedarf und Zeitaufwand stehen bei einer Schieferdeckung in einem anderen Verhältnis als bei einer Pfannendeckung. Genau diese Unterschiede müssen in den Leistungsdaten hinterlegt sein.

Die Leistungsdaten hinter dem Programm

Damit sind wir bei einem Punkt, der bei der Auswahl einer Kalkulationssoftware für Dachdecker leicht übersehen wird. Ein Programm kann noch so viele Funktionen haben – rechnen kann es letztlich nur mit den Daten, die hinterlegt sind.

Diese Daten können vom Softwareanbieter kommen, von einem externen Katalog oder aus dem eigenen Betrieb. Gemeint sind vor allem Leistungstexte, Stücklisten und Zeitwerte.

Leistungstexte
Das sind die fertig formulierten Positionen, die später im Angebot und in der Rechnung stehen. Gerade bei öffentlichen Aufträgen müssen sie zum ausgeschriebenen Leistungsverzeichnis passen.

Stücklisten
Sie legen fest, welches Material in welcher Menge zu einer Leistung gehört. Damit verbinden sie die Kalkulation mit dem Einkauf und der späteren Bestellung beim Großhandel.

Zeitwerte
Sie geben an, wie lange eine bestimmte Leistung dauert. Zusammen mit dem Stundenverrechnungssatz bestimmen sie den Lohnanteil und damit einen wichtigen Teil der Marge. Ob sich beispielsweise Dachneigung oder Gebäudehöhe als Erschwernis berücksichtigen lassen, sollte im Gespräch mit dem Anbieter geklärt werden.

Gerade diese Leistungsdaten tauchen in Produktdatenblättern erstaunlich selten auf. Für die Einführung einer Software können sie aber einen großen Unterschied machen. Bringt das Programm bereits einen brauchbaren Branchenkatalog mit, kann der Betrieb relativ schnell loslegen. Muss dagegen jede Position selbst angelegt werden, kommen Leistungstexte, Materiallisten und Zeitwerte als zusätzliche Arbeit dazu.

Leistungskataloge sind ein eigener Markt

Bei unserer Recherche ist uns ein Katalog besonders häufig begegnet: Leistungen Dach der A. Icking GmbH. Nach Angaben des Anbieters umfasst er mehr als 30.000 Leistungen mit Stücklisten und Zeitwerten sowie Kurz- und Langtexten. Dazu kommen rund 40.000 Materialien mit Preisen und Bezugsquellen. Aktualisiert wird der Bestand über einen Wartungsvertrag. smartDach nennt im Fragebogen eine Aktualisierung von etwa viermal pro Jahr.

Wichtig ist dabei ein Detail, das bei einem Softwarevergleich leicht untergeht: Der Katalog gehört nicht automatisch zu einer bestimmten Software. Icking führt auf der eigenen Seite eine ganze Reihe von Softwarehäusern auf, mit denen eine Schnittstelle besteht. Dazu gehören unter anderem M-Soft, Sander & Doll, Das Programm, MF Dach, Sage, pds, WinWorker und Consoir. Standardmäßig steht eine XML-Schnittstelle zur Verfügung, außerdem sind Ausgaben nach Word und Excel möglich.

Wer keine passende Software besitzt, kann den Katalog auch als eigenes Nutzungspaket beziehen. Bei smartDach ist er nach Anbieterangabe im Paket smartDach Standard enthalten, einschließlich der Aktualisierungen. Bei anderen Systemen kann der Leistungskatalog dagegen eine zusätzliche Position auf der Rechnung sein.

Genau deshalb sollte die Frage nach dem Leistungskatalog im Verkaufsgespräch ziemlich weit oben stehen. Bringt die Software eigene Leistungsdaten mit? Wenn nicht, lässt sie sich an einen externen Katalog anbinden? Und was kostet dieser zusätzlich?

Ein günstiges Programm kann unter diesen Umständen schnell weniger günstig sein, wenn der benötigte Katalog separat gekauft werden muss. Umgekehrt kann ein etwas teureres System unterm Strich günstiger sein, wenn die benötigten Daten bereits enthalten und gepflegt sind.

Neben Icking gibt es weitere Quellen. Das SIRADOS Kalkulationshandbuch für Zimmerer, Dachdecker und Klempner bietet vorkalkulierte Angebotstexte, Zeitwerte in Stunden und Minuten sowie einen Mittellohn je Gewerk. Casa Dach importiert außerdem standardisierte Texte aus STLB-Bau.

Bei den Leistungstexten gibt es sogar eine kostenlose Alternative. Über ausschreiben.de stellen mehrere hundert Hersteller ihre Ausschreibungstexte zum Download bereit. Die Daten gibt es in verschiedenen Exportformaten für Ausschreibungs- und Handwerkersoftware. Wer beispielsweise regelmäßig mit bestimmten Herstellern für Ziegel, Abdichtungsbahnen, Dachfenster oder Metall arbeitet, kann dort passende Texte finden. dashandwerk.net und Das Programm binden die Quelle direkt an; grundsätzlich kann sie aber auch unabhängig von diesen Programmen genutzt werden.

Bei den Zeitwerten sieht es anders aus. Einen frei verfügbaren und gepflegten Zeitwertdatensatz speziell für das Dachdeckerhandwerk haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Die entsprechenden Kataloge, die uns begegnet sind, sind kostenpflichtig.

Das ist nachvollziehbar. Zeitwerte bleiben nicht automatisch aktuell. Dahinter steckt laufende Pflege und die Erfahrung aus dem Handwerk. Wer dafür kein Geld ausgeben möchte, kann stattdessen mit den eigenen Erfahrungswerten arbeiten. Genau dafür ist die Nachkalkulation interessant: Nach einigen sauber ausgewerteten Aufträgen lässt sich feststellen, wie viel Zeit bestimmte Arbeiten im eigenen Betrieb tatsächlich benötigen.

Wer was mitbringt

Die Unterschiede zwischen den Anbietern werden hier noch einmal deutlich. smartDach stellt den eigenen Leistungskatalog in den Mittelpunkt. Nach Anbieterangabe enthält er vorkalkulierte Leistungen, Materialstücklisten, Zeitwerte sowie Kurz- und Langtexte und wird von erfahrenen Dachdeckern und Zimmerern gepflegt.

Casa Dach bringt eigene Kalkulationsbausteine für typische Dachdeckerarbeiten mit, etwa für Abdichtungen, Dachfenstereinbau oder Gaubenbau. Zusätzlich lassen sich Leistungstexte aus Icking und STLB-Bau importieren. STREIT nennt Artikel- und Leistungskataloge als Grundlage. Das Programm und dashandwerk.net greifen auf angebundene Quellen zurück, wobei dashandwerk.net zusätzlich einen eigenen Leistungsstamm ermöglicht.

HERO nennt Leistungskataloge selbst als offenen Punkt. Bei PASST.prime enthält der von uns ausgewertete Fragebogen keine Angabe zu einem eigenen Katalog; Positionen werden dort direkt im Leistungsverzeichnis eingegeben. CENDAS und Airteam bringen keine Leistungsdaten mit und sind ihrem eigenen Verständnis nach auch nicht darauf ausgelegt.

Woher die Mengen kommen: Aufmaß, GAEB und Leistungsverzeichnisse

Bevor eine Software einen Preis berechnen kann, braucht sie zunächst einmal eine Menge. Und genau hier unterscheiden sich die Systeme ebenfalls deutlich.

Beim Aufmaß reicht die Spanne von einfachen Formeln bis zur Drohnenvermessung. dashandwerk.net arbeitet mit Messeinträgen, bei denen Formeln hinterlegt werden können. Alternativ lässt sich ein Leica-Lasermessgerät anbinden. HERO erfasst Aufmaße direkt per App und kann dabei Fotos und Notizen aufnehmen. Flächen, Längen und Volumen werden über Formeln berechnet.

PASST.prime bietet Positions- und Spaltenaufmaß mit hinterlegbaren Berechnungsformeln und eine Anbindung an 3D-DACH-CAD. Auch ein Drohnenaufmaß kann einbezogen werden. Casa Dach übernimmt Aufmaßdaten aus CAD direkt in die Kalkulation und stellt komplexe Dachaufmaße nach Anbieterangabe in einer Tabellenansicht mit VOB-konformer Bauabrechnung dar.

STREIT verbindet das Aufmaß eng mit dem Leistungsverzeichnis, sodass Positionen strukturiert übernommen werden können. smartDach erfasst projektbezogene Aufmaße nach Positionen, Mengen und Einheiten und kann daraus ein Aufmaßblatt erzeugen. Freigegebene Mengen lassen sich anschließend automatisch ins Projekt übernehmen.

Auch Das Programm ermöglicht eigene Aufmaßtypen, beispielsweise für die Dachfläche, und unterstützt die Abrechnung nach gemessenem Aufmaß. Bei CENDAS kann direkt im digitalen Plan gemessen werden. Airteam verfolgt wiederum einen anderen Ansatz und liefert das Aufmaß als eigenständige Leistung per Drohne an das jeweilige System.

GAEB ist dagegen weniger eine Frage des Aufmaßes als des Datenaustauschs bei Ausschreibungen. Der Standard wird vom Gemeinsamen Ausschuss Elektronik im Bauwesen gepflegt. Wer regelmäßig auf öffentliche Aufträge bietet, kommt daran kaum vorbei.

Der Ablauf ist grundsätzlich einfach: Die ausschreibende Stelle stellt das Leistungsverzeichnis als D83 zur Verfügung. Der Bieter trägt seine Preise ein und gibt das Verzeichnis als D84 zurück. D83 und D84 sehen deshalb zwar ähnlich aus, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Vor dem Kauf sollte geprüft werden, ob die Software tatsächlich beide Richtungen unterstützt.

Casa Dach unterstützt nach eigener Angabe die Austauschphasen DA81 bis DA86 und deckt damit auch die Rückgabe ab. HERO nennt die Formate 83, 84 und 89 und weist gleichzeitig darauf hin, dass sich die Anforderungen öffentlicher Ausschreibungen nicht in kurzer Zeit vollständig abbilden lassen. dashandwerk.net gibt einen Import von X83 und D83 an. CENDAS kann Leistungsverzeichnisse importieren und für die Aufgabenplanung nutzen.

Bei STREIT, PASST.prime, Das Programm und smartDach wird GAEB in der Schnittstellenübersicht genannt, ohne dass der beantwortete Fragebogen die einzelnen Austauschphasen näher aufschlüsselt.

Wenn Ihr regelmäßig an Ausschreibungen teilnehmt, würden wir die Sache nicht bei einer Herstellerdemo belassen. Nehmt eine echte GAEB-Datei aus einer abgeschlossenen Vergabe mit und spielt den kompletten Ablauf einmal durch. Was in einer Demo mit einem vorbereiteten Musterprojekt funktioniert, kann im Alltag ganz anders aussehen.

Für einen Betrieb, der ausschließlich für private Bauherren arbeitet, ist GAEB dagegen kein entscheidendes Auswahlkriterium. Und wenn Ihr nur ein- oder zweimal im Jahr auf eine kommunale Ausschreibung bietet, lohnt es sich zumindest, die Kosten eines GAEB-Moduls gegen den tatsächlichen Aufwand des manuellen Übertragens abzuwägen.

Woher die Materialpreise kommen

Leistungsdaten sagen, was gemacht wird und wie viel Zeit dafür angesetzt wird. Für den Materialpreis ist dagegen entscheidend, was der Großhandel dafür verlangt – beziehungsweise was Ihr als Betrieb tatsächlich dafür bezahlt.

Dafür gibt es im Handwerk mehrere etablierte Wege. In den Fragebögen tauchten vor allem Datanorm, IDS Connect, Open Masterdata und UGL auf.

Datanorm ist dabei der klassische Weg. Der Händler stellt seinen Artikelstamm als Datensatz bereit und dieser wird in die Software eingelesen. Das passiert allerdings in Intervallen und nicht zwingend tagesaktuell. Außerdem stehen dort üblicherweise Listenpreise.

Das ist ein wichtiger Unterschied. Der Listenpreis ist nicht automatisch der Preis, den Ihr tatsächlich bezahlt. Eure individuellen Konditionen, Rabattgruppen und Vereinbarungen mit dem Händler können erheblich davon abweichen. Wer Datanorm importiert und diese Konditionen nicht berücksichtigt, kalkuliert möglicherweise mit einem Preis, den er selbst nie bezahlt.

IDS Connect funktioniert stärker im direkten Dialog mit dem Händler. Aus der Software heraus wird der Webshop aufgerufen, dort können Preis und Verfügbarkeit geprüft und anschließend die gewünschten Artikel beziehungsweise der Warenkorb zurück in das System übertragen werden.

Open Masterdata, kurz OMD, verfolgt wiederum einen stärker webbasierten Ansatz. Einzelne Artikeldaten und Preise werden über einen Webservice abgerufen, statt einen kompletten Datenbestand einzulesen. Gepflegt wird der Standard von einem Arbeitskreis der Verbände BVBS, DG Haustechnik und ZVSHK. Dazu kommt UGL, das ursprünglich aus dem Sanitär- und Heizungsbereich stammt und vor allem dem Belegaustausch dient.

Für die Kalkulation macht das einen praktischen Unterschied. Ein von Hand gepflegter Artikelstamm kann schnell veralten. Eine direkte Anbindung an den Großhandel bietet zumindest die Möglichkeit, mit aktuelleren Informationen zu arbeiten.

Casa Dach nennt Datanorm, IDS Connect und UGL für Artikeldaten, Preislisten und Bestellinformationen. HERO führt IDS Connect, Datanorm, UGL und OCI auf. PASST.prime nennt Datanorm, Open Masterdata, IDS, OCI und UGL. Das Programm gibt DATANORM, IDS und Open Master Data an. dashandwerk.net bezieht Datanorm nach eigener Angabe automatisiert vom Großhändler und nennt zusätzlich IDS Connect, UGL sowie individuelle CSV-Formate.

STREIT führt die umfangreichste Liste: DATANORM, IDS, OCI, UGL und Open Masterdata. Der Anbieter hebt dabei insbesondere die OMD-Schnittstelle für aktuelle Preise und Produktinformationen hervor. smartDach nennt eine Schnittstelle zum Bestellsystem Obis der Zedach-Gruppe, über das viele Dachdeckerbetriebe ihr Material beziehen. Bei CENDAS und Airteam enthält der Fragebogen zu diesem Punkt keine Angaben, was wiederum zu ihrer jeweiligen Ausrichtung passt.

Die entscheidende Frage im Verkaufsgespräch lautet deshalb nicht einfach: „Gibt es eine Großhandelsanbindung?“

Die bessere Frage ist: „Ist mein Großhändler angebunden?“

Wenn Ihr eine Demo macht, nehmt am besten Eure Kundennummer und eine aktuelle Datenlieferung Eures Lieferanten mit. Lasst die Daten direkt einlesen. So seht Ihr nicht nur, ob die Schnittstelle grundsätzlich funktioniert, sondern auch, ob Eure tatsächlichen Konditionen übernommen werden oder am Ende lediglich Listenpreise in der Kalkulation landen.

Nachkalkulation: der Schritt, der Disziplin kostet

Die Vorkalkulation beantwortet eine einfache Frage: Was sollte dieser Auftrag kosten? Die Nachkalkulation beantwortet die wichtigere Frage: Was hat er tatsächlich gekostet?

Erst wenn beides nebeneinandersteht, lässt sich der Betrieb über die Kalkulation wirklich steuern. Und genau aus diesem Vergleich entstehen irgendwann auch bessere eigene Zeitwerte.

Technisch können die meisten Programme aus unserer Übersicht zumindest Teile dieses Prozesses abbilden. Casa Dach vergleicht die geplanten Kosten laufend mit den tatsächlich erfassten Werten aus Zeit- und Materialbuchungen. Abweichungen können dadurch bereits während des Projekts sichtbar werden.

smartDach stellt Soll und Ist für Lohn, Material und Fremdleistungen gegenüber und zeigt Projektkosten sowie Deckungsbeiträge. PASST.prime gibt eine automatische Vor- und Nachkalkulation an.

dashandwerk.net beschreibt den Zusammenhang besonders konkret: Die Einkaufspreise der einzelnen Positionen bilden die Soll-Kalkulation. Erst wenn später die entsprechende Eingangsrechnung zugeordnet wird, entsteht daraus die Ist-Kalkulation. Auch bei Das Programm hängt die Nachkalkulation von einer korrekten Zuordnung der Leistungs- und Materialpositionen zum Auftrag ab.

STREIT gibt an, ein Projekt durchgängig von der Planung bis zur Nachkalkulation abzubilden, ohne im Fragebogen genauer zwischen Soll und Ist aufzuschlüsseln. Bei HERO fehlt nach Anbieterangabe die tiefe Form der Nachkalkulation. CENDAS liefert die Dokumentation, aus der sich eine Nachkalkulation aufbauen lässt. Airteam kalkuliert dagegen weder vor noch nach.

Der entscheidende Punkt liegt damit weniger in der Funktion selbst als in der täglichen Nutzung. Eine Nachkalkulation entsteht nicht automatisch, nur weil das Programm einen entsprechenden Menüpunkt besitzt.

Die Mitarbeiter müssen ihre Stunden auf den richtigen Auftrag buchen. Eingangsrechnungen müssen zugeordnet werden. Materialverbräuche müssen erfasst werden. Und das Ganze muss möglichst konsequent passieren. Das kostet am Anfang Zeit und erfordert im Team ein bisschen Disziplin.

Unserer Ansicht nach lohnt sich dieser Aufwand. Nach den ersten sauber nachkalkulierten Projekten wird sichtbar, welche Arbeiten in Eurem Betrieb tatsächlich Geld verdienen und wo die angesetzte Zeit regelmäßig nicht reicht. Daraus lassen sich eigene Zeitwerte entwickeln – und Ihr seid weniger darauf angewiesen, einen externen Katalog einfach ungeprüft zu übernehmen.

Wenn Ihr das Thema neu aufsetzt, würden wir deshalb nicht mit der perfekten Kalkulation beginnen. Richtet zuerst eine vernünftige Zeiterfassung ein. Danach könnt Ihr die Kalkulation Schritt für Schritt darauf aufbauen.

Nachträge: wenn sich der Auftrag unterwegs ändert

Gerade bei Sanierungen ist das Erstangebot häufig nicht das letzte Wort. Ein Dach wird geöffnet und plötzlich kommt etwas zum Vorschein, das vorher niemand sehen konnte: eine morsche Schalung, ein beschädigter Sparrenkopf oder eine Traufbohle, die im ursprünglichen Angebot nicht enthalten war.

Dann braucht es eine Zusatzleistung. Und zwar möglichst schnell, denn die Kolonne steht bereits auf der Baustelle.

Welche Fristen und Formvorschriften dabei einzuhalten sind, hängt unter anderem davon ab, ob der Vertrag nach BGB geschlossen wurde oder die VOB/B vereinbart ist. Gerade bei öffentlichen Auftraggebern spielt die VOB/B eine wichtige Rolle. Das ist letztlich eine Rechtsfrage und keine Softwarefrage. Für die praktische Arbeit macht es aber einen Unterschied, wie schnell ein Nachtrag erstellt und dem Bauherrn vorgelegt werden kann.

Bei der Nachtragskalkulation gelten im Grunde dieselben Regeln wie beim ursprünglichen Angebot – nur unter deutlich höherem Zeitdruck. Die Zusatzposition muss kalkuliert werden, während die Arbeiten unter Umständen bereits laufen.

Genau dann zeigt sich der Wert sauber gepflegter Kalkulationsbausteine und Zeitwerte. Ist eine passende Leistung bereits hinterlegt, lässt sie sich übernehmen und mit denselben Zuschlägen kalkulieren wie der ursprüngliche Auftrag. Fehlen diese Daten, bleibt oft nur die Schätzung. Und unter Zeitdruck fällt eine solche Schätzung nicht selten zu knapp aus.

Unser Fragenkatalog hat die Nachtragskalkulation nicht als eigenen Punkt abgefragt. Deshalb können wir die Anbieter hier nicht vollständig und nach einheitlichen Kriterien vergleichen. Einzelne Angaben gibt es trotzdem.

CENDAS führt beispielsweise Nachtrags- und Mängelmanagement als eigenen Funktionsbereich. Zusatzarbeiten können im Plan verortet und mit einem Zeitstempel dokumentiert werden; daraus lassen sich Nachtragslisten als Bericht erzeugen. smartDach nennt für die Projektverwaltung Plus die Möglichkeit, Nachtragsangebote parallel zum Hauptangebot weiterzuführen. Casa Dach beschreibt die Abrechnung von Rapport-Aufträgen nach Aufwand, auch wenn dafür vorher kein klassisches Angebot erstellt wurde, inklusive mobiler Unterschrift des Leistungsnachweises auf der Baustelle.

Wenn Ihr viele Sanierungen macht, gehört deshalb eine ganz konkrete Frage in die Software-Demo: Lässt sich aus einer laufenden Baustelle heraus eine neue Nachtragsposition erzeugen, die auf die ursprüngliche Kalkulation zurückgreift – und wird diese anschließend auch sauber in der Nachkalkulation des Auftrags berücksichtigt?

Was ein Kalkulationsprogramm kostet

Beim Preis gibt es keinen einheitlichen Marktstandard. Die Anbieter rechnen teilweise nach Nutzern, teilweise nach Lizenzen, Modulen oder Aufmaßen ab. Auch die Vertragsmodelle unterscheiden sich.

Casa Dach ist modular aufgebaut und kann gekauft, finanziert oder geleast werden. Der Preis hängt von der Zahl der Lizenzen und vom Funktionsumfang ab. Beim Kauf gibt es nach Anbieterangabe keine Mindestvertragslaufzeit, während das Leasing über eine feste Laufzeit läuft.

STREIT setzt auf ein Mietmodell, ebenfalls abhängig von Funktionsumfang und Lizenzen. Bei smartDach wird das Angebot nach einer Beratung erstellt; einzelne Module können hinzugebucht oder abbestellt werden. Das Programm bietet Monats- und Jahreslaufzeiten an, wobei es bei der Jahreslaufzeit Gratismonate gibt.

HERO rechnet pro Nutzer ab und schließt Jahresverträge. Auch PASST.prime wird pro Nutzer und Monat berechnet. Ab dem zweiten Nutzer gilt dort ein reduzierter Preis. Dafür nennt PASST.prime die längste Bindung unter den hier betrachteten Anbietern: 24 Monate Mindestlaufzeit und drei Monate Kündigungsfrist zum Quartalsende.

dashandwerk.net rechnet ebenfalls pro Benutzer und Monat. Mitarbeiter, die ausschließlich die Zeiterfassung nutzen, werden nach Anbieterangabe nicht berechnet. CENDAS staffelt nach Rollen – von der kostenlosen Leseansicht bis zur Managementlizenz. Mindestens eine Managementlizenz pro Betrieb ist erforderlich; die Lizenzen können nach Anbieterangabe jederzeit gekündigt werden. Airteam berechnet dagegen nach der Zahl der Aufmaße.

Für den Preisvergleich bedeutet das: Ein günstiger Preis pro Nutzer ist nicht automatisch günstiger. Wenn neben dem Büro auch die Kolonnen eigene Zugänge benötigen, kann sich die Rechnung schnell verändern. Umgekehrt kann ein hoher Kaufpreis über mehrere Jahre gerechnet durchaus konkurrenzfähig sein.

Rechnet deshalb möglichst nicht nur den monatlichen Preis aus. Vergleicht die Gesamtkosten über die Laufzeit, die Ihr realistisch plant. Und schaut dabei unbedingt darauf, ob ein benötigter Leistungskatalog bereits enthalten ist oder separat bezahlt werden muss.

Bei den Systemen, die einen Katalog lediglich über eine Schnittstelle anbinden, kann nämlich neben der Software eine zweite Rechnung entstehen. Wo Anbieter Preise veröffentlichen, findet Ihr diese im Preisfeld auf unserer Übersicht der Dachdecker Software.

Die Programme im Detail

Airteam

Airteam ist keine klassische Handwerkersoftware. Der Anbieter beschreibt die Lösung als spezialisierte Software für 3D-Gebäudeaufmaß und Inspektion mit Drohnen und betont ausdrücklich, dass es sich „bewusst“ nicht um eine vollständige Handwerks- oder Betriebssoftware handelt.

Eine Angebotskalkulation gibt es deshalb nicht. Stattdessen liefert Airteam Dachflächen, Längen, Kanten und Neigungen und übergibt diese Daten an die vorhandene Handwerkersoftware. Für Dachdeckerbetriebe, die regelmäßig größere oder schwer zugängliche Dächer aufmessen, kann das eine sinnvolle Ergänzung zur eigentlichen Kalkulation sein.

Casa Dach

Casa Dach von Sander & Doll beantwortet die Kalkulationsfragen in unserem Vergleich am ausführlichsten. Das System berücksichtigt Lohn, Material, Geräte und Gemeinkosten und bringt vorgefertigte Kalkulationsbausteine für typische Dachdeckerarbeiten mit, beispielsweise für Abdichtungen, Dachfenstereinbau oder Gaubenbau.

Dazu kommen die Nachkalkulation im laufenden Projekt und die Unterstützung der GAEB-Austauschphasen DA81 bis DA86. Bei den Leistungsdaten können unter anderem Informationen von Icking und STLB-Bau importiert werden.

CENDAS

CENDAS verfolgt einen anderen Ansatz. Die Software ist vor allem auf Baustellen- und Prozessmanagement ausgerichtet. Der Anbieter sagt selbst, dass Betriebe, die eine klassische Angebotskalkulation suchen, mit einer anderen Lösung besser beraten sind.

Für die Nachkalkulation liefert CENDAS die Dokumentation aus Aufgaben und Berichten. Mit dem Add-on Automate+ können Komponenten direkt im Plan gezählt werden. Leistungsverzeichnisse lassen sich über GAEB importieren.

dashandwerk.net

dashandwerk.net zeigt Umsatz, Rohertrag und Rohertrag in Prozent direkt nach der Erfassung – sowohl für einzelne Positionen als auch für den gesamten Auftrag. Die Ist-Kalkulation entsteht über später zugeordnete Eingangsrechnungen.

Für Leistungsverzeichnisse gibt es einen eigenen Leistungsstamm. Zusätzlich lässt sich ausschreiben.de anbinden. Bei GAEB nennt der Anbieter den Import von X83 und D83.

Das Programm

Das Programm unterscheidet vier verschiedene Kalkulationsarten: Material, Leistung, Mix und Stückliste. Gemeinkosten- und Gewinnzuschläge können berücksichtigt werden. Die Vorkalkulation entsteht im Auftrag, während die Nachkalkulation davon abhängt, dass Leistungs- und Materialpositionen sauber zugeordnet wurden.

Bei den Leistungsdaten können Leistungen Dach und ausschreiben.de angebunden werden. Auch Sirados lässt sich nach Anbieterangabe einbinden.

HERO

HERO richtet sich nach Anbieterangabe an Betriebe mit einem bis vierzig Mitarbeitern. Ein Schwerpunkt liegt auf der mobilen Erfassung. Aufmaße können per App aufgenommen und mit Fotos, Notizen sowie Formeln für Flächen, Längen und Volumen ergänzt werden.

Bei der Kalkulationstiefe ordnet sich HERO selbst etwas zurückhaltender ein. Eine tiefe automatische Vor- und Nachkalkulation ist nach Angaben des Anbieters derzeit noch nicht enthalten. Für Betriebe, die vor allem eine mobile und vergleichsweise unkomplizierte Lösung suchen, kann das trotzdem interessant sein.

PASST.prime

PASST.prime arbeitet bei der Kalkulation mit vier Preisbestandteilen: Lohn, Material, Fremdleistungen und Geräte, jeweils einschließlich Gemeinkosten. Im Fragebogen gibt der Anbieter ausdrücklich eine automatische Vor- und Nachkalkulation an.

Beim Aufmaß stehen Positions- und Spaltenaufmaß mit Berechnungsformeln zur Verfügung. Dazu kommen eine Anbindung an 3D-DACH-CAD und die Möglichkeit, Drohnenaufmaße einzubeziehen.

Zu einem eigenen Leistungskatalog enthält der uns vorliegende Fragebogen keine Angabe. Der Hersteller M-Soft wird allerdings auf der Schnittstellenliste von Icking geführt.

smartDach

Bei smartDach kommen Software und Leistungskatalog aus demselben Haus: der A. Icking GmbH. Der Katalog „Leistungen Dach“ ist nach Anbieterangabe im Paket smartDach Standard enthalten, die Aktualisierungen eingeschlossen.

Die Kalkulation arbeitet als Mischkalkulation mit hinterlegten Gemeinkosten und bis zu drei Lohnwerten. Für die Nachkalkulation gibt es ein eigenes Modul, das Soll und Ist bei Lohn, Material und Fremdleistungen gegenüberstellt.

STREIT

STREIT verbindet Aufmaß, Leistungsverzeichnisse und Projektbearbeitung miteinander. Positionen können strukturiert übernommen und anschließend weiterverarbeitet werden. Artikel- und Leistungskataloge bilden die Grundlage der Kalkulation.

Der Anbieter beschreibt die Software zugleich als eher umfangreiche Lösung. Für einen sehr kleinen Betrieb, der eigentlich nur ein einfaches Programm für Rechnungen sucht, kann das System deshalb mehr bieten, als tatsächlich benötigt wird.

Weitere Anbieter

Neben den neun Anbietern mit beantwortetem Fragenkatalog gibt es natürlich weitere Softwarelösungen, die für Dachdeckerbetriebe interessant sein können. Dazu gehören unter anderem plancraft, smarthandwerk, pds Handwerkersoftware, WinWorker, TAIFUN, ToolTime, MF Dach, WIN DACH, Optimus, Consoir BETA, Excellent P.2, Sage 50 Handwerk, DaMe, Dachbausoftware, Dachprofi24, tophandwerk, LUNDS Büro, shm Handwerkersoftware, Faktura und sevDesk.

Zu diesen Anbietern liegt uns kein ausgefüllter Fragenkatalog vor. Deshalb wollen wir bei der Kalkulationstiefe keine Aussagen treffen, die wir nicht belegen können. Wir führen die Programme als weitere Lösungen auf, die uns bei der Recherche begegnet sind.

Einen konkreten Anhaltspunkt gibt es allerdings bei den Leistungsdaten: Auf Ickings Schnittstellenliste finden sich mehrere Softwarehäuser aus dieser Gruppe, darunter MF Dach, Sage, pds, WinWorker und Consoir.

Kurzbeschreibungen zu allen genannten Lösungen findet Ihr auf unserer Startseite.

Häufige Fragen

Welche Kalkulationssoftware gibt es für Dachdecker?

Eine Kalkulation mit eigener Gemeinkosten- und Zuschlagsebene geben Casa Dach, smartDach, PASST.prime und Das Programm an. dashandwerk.net kalkuliert mit Arbeitszeiten, Material und Leistungen und zeigt den Rohertrag direkt an. HERO arbeitet mit Arbeitszeiten und Materialkosten und bietet einen Soll-Ist-Vergleich. Bei STREIT bilden Artikel- und Leistungskataloge die Grundlage, wobei der Fragebogen die einzelnen Kostenarten nicht aufschlüsselt.

CENDAS und Airteam verstehen sich selbst nicht als klassische Kalkulationssoftware. Sie liefern vielmehr Daten beziehungsweise Dokumentationen, die für die Kalkulation genutzt werden können. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Anbieter am Markt, zu deren konkreter Kalkulation uns keine beantworteten Angaben vorliegen.

Gibt es Leistungstexte und Zeitwerte für Dachdecker kostenlos?

Bei Leistungstexten gibt es kostenlose Möglichkeiten. Über ausschreiben.de stellen mehrere hundert Hersteller ihre Ausschreibungstexte kostenfrei zum Download bereit. Die Daten stehen in verschiedenen Exportformaten zur Verfügung.

Bei Zeitwerten sieht es anders aus. Einen frei verfügbaren und gepflegten Datensatz speziell für das Dachdeckerhandwerk haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Wer keinen kostenpflichtigen Katalog einsetzen möchte, muss daher mit eigenen Erfahrungswerten arbeiten. Dafür braucht es wiederum eine konsequent geführte Zeiterfassung und eine saubere Nachkalkulation.

Was ist der Unterschied zwischen einer D83- und einer D84-Datei?

Die D83 ist die Angebotsaufforderung beziehungsweise das Leistungsverzeichnis ohne Preise, das Ihr von der ausschreibenden Stelle bekommt. Die D84 ist Eure Angebotsabgabe: dasselbe Leistungsverzeichnis, jetzt mit Euren Preisen.

Das klingt nach einem kleinen Detail, ist bei öffentlichen Ausschreibungen aber wichtig. Prüft vor dem Kauf deshalb, ob die Software beide Richtungen unterstützt. Ein Programm, das nur D83 importieren kann, reicht nicht aus, wenn Ihr Euer fertiges Angebot anschließend digital als D84 zurückgeben müsst.

Fazit

Bei einem Kalkulationsprogramm für Dachdecker sollte die Frage nicht nur lauten, was die Software kalkulieren kann. Entscheidend ist auch, mit welchen Daten sie kalkuliert und wo diese Daten herkommen.

Dazu gehören die Leistungsdaten mit Leistungstexten, Stücklisten und Zeitwerten, die Mengen aus Aufmaß und Leistungsverzeichnis sowie die Materialpreise des Großhandels. Gerade die Datenfrage entscheidet darüber, wie schnell ein Betrieb mit der Software tatsächlich arbeiten kann. Trotzdem kommt sie im Verkaufsgespräch erstaunlich selten zur Sprache.

Für kleinere Aufträge und Betriebe, die überwiegend nach Aufwand abrechnen, kann eine schlankere Angebotskalkulation völlig ausreichen. Sobald regelmäßig Festpreise kalkuliert werden, größere Projekte hinzukommen oder öffentliche Ausschreibungen eine Rolle spielen, werden Vollkosten, Nachkalkulation und ein funktionierender GAEB-Austausch wichtiger.

Und noch etwas wird bei der Auswahl gerne unterschätzt: Wenn Ihr noch keine eigenen Zeitwerte habt, braucht Ihr eine Datenquelle. Prüft deshalb nicht nur, was die Software kostet, sondern auch, ob ein Leistungskatalog bereits enthalten ist oder separat lizenziert werden muss.

Am Ende ist die beste Kalkulationssoftware nicht automatisch die mit den meisten Funktionen. Sie ist diejenige, deren Kalkulation zu Eurer Arbeitsweise passt und deren Datenbasis Ihr im Alltag tatsächlich pflegen könnt.

Wenn Ihr noch unsicher seid, welche Richtung zu Eurem Betrieb passt: Unser Schnell-Check stellt Euch vier Fragen und schlägt Euch anschließend passende Lösungen vor.